Ein Vater tröstet seinen Sohn.

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„Mama, Papa – ich habe Angst!“

25.11.2015

Wieder ist ein Tag ist vergangen. Sie haben ihr Kind ins Bett gebracht und freuen sich auf einen ruhigen Tagesausklang. Da hören Sie plötzlich eine klägliche Stimme aus dem Kinderzimmer: »Mama, Papa – ich habe Angst!«

Das begegnet uns immer wieder in unserem Fami­lienalltag: Unsere Kinder geben ihrer Angst Ausdruck – auf ganz direkt Weise oder auch durch ihr zögerliches oder wütendes Verhalten. Ängste begleiten Kinder lange auf ihrem Lebensweg. Wenn wir damit konfrontiert sind, sind wir oft hilflos und manchmal auch ungeduldig: »Stell Dich nicht so an!«, sagen wir dann. Aber das ist selten eine angemessen Reaktion!

• Ängste gehören zum Leben dazu. In ihrer Entwicklung begegnen unsere Kinder einer Vielzahl von Ängsten und in den meisten Fällen haben die Ängste ihre Berechtigung: Die Angst vor dem Neuen, die Angst vor Bedrohlichem in der eigenen kleinen Welt, die Angst angesichts der eigenen beschränkten Kräfte. Das sollten wir den Kindern vor allem vermitteln: Ängste sind normal.

• Kinder müssen lernen, mit der Angst umzugehen. Von Seiten der Erwachsenen sollten sie Verständnis und Ermutigung erleben. Und gemeinsam kann man erfolgreich über die besten »Tricks« nachdenken, mit denen die Ängste gebannt werden können.

• Ängste verweisen oft auf schwierige Hürden, die die Kinder in ihrer Entwicklung bewältigen müssen. Die Geburt eines Geschwisters, der Schulanfang – da gibt es einiges, das Angst machen kann. Wir sollten immer wieder aufs Neue verstehen lernen, auf was die Kinder eigentlich mit ihrer Angst hinweisen wollen.

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben: Auch wir Erwachsene haben immer wieder Angst. Es tut den Kindern – und uns – gut, wenn wir zu unseren eigenen Ängsten stehen: Auch die Erwachsenen sind nicht immer Helden – und müssen es auch nicht sein!

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Autor:
Michael Kraus ist Diplom-Psychologe, arbeitet in der Familienberatung und ist Vater von drei Kindern.

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