Man sieht eine Gruppe Kinder

© Christian Schwier – stock-adobe.com

Medienfit für die Zukunft

22.05.2024

Eigentlich wissen wir es ja: Spielzeugküche, Puppen und soziales Rollenspiel für Mädchen oder Autos, technische Geräte und Holz-Handys für Jungs…

Basteln oder Raufen, rosa oder hellblau – der Gender-Pay-Gap fängt im Kinderzimmer an. Und trotzdem lassen wir uns von den Medien verführen.

Gerade weil Spielzeug in der kindlichen Entwicklung eine wichtige Rolle spielt, sollten wir darauf achten, dass wir durch unsere Anschaffungen keine geschlechterspezifischen Stereotypen verstärken, denn dies kann Auswirkungen auf die spätere Zukunftsgestaltung haben. Kein Wunder, wenn Mädchen dann später eher Berufe im sozialen und pflegerischen Bereich anstreben und Jungs sich eher für Ingenieurwesen oder Informatik interessieren.

Problematisch daran sind zwei Dinge: die mangelnde Wertschätzung für Care-Arbeit und die schlechtere Bezahlung für „typische Frauenberufe“. Genau deswegen ist es unsere Aufgabe als Eltern dafür zu sorgen, dass unsere Kinder frei von geschlechtsspezifischen Erwartungen aufwachsen: Mädchen sollten ermutigt werden, ihre Fähigkeiten in den MINT-Fächer zu entwickeln, während Jungen die Möglichkeit haben sollten, ihre kreativen und sozialen Fähigkeiten zu stärken.

Wenn wir uns eine Zukunft wünschen, in der Chancengleichheit und Vielfalt selbstverständlich sind, müssen wir bewusster die Spielsachen für die nächste Generation auswählen, die das individuelle Interesse des Kindes befriedigen und fördern. Nur so können wir sein Selbstwertgefühl stärken und es fit für die Zukunft machen. Dazu gehört es auch genau hinzuschauen, wenn digitale Geräte ausgesucht, Games und Apps heruntergeladen werden. Denn auch hier arbeiten Hersteller mit Marketingtricks, um jeweils weibliche bzw. männliche Kunden anzusprechen, sei es durch Form, Farbe oder Oberflächengestaltung.

Ob und wie das soziale Miteinander, Zusammenarbeit und Kommunikation – analog UND digital – der nächsten Jahrzehnte in unserer Gesellschaft gelingen, hängt also auch von der Ausstattung der Kinderzimmer ab und wie wir als Eltern unsere Kinder medial begleiten. Dass Arbeit dann entsprechend gleichwertig bezahlt wird, versteht sich von selbst.

Ilona Einwohlt

Autorin:
Ilona Einwohlt ist Autorin und Bildungsreferentin beim MuK (Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e.V.) mit den  Schwerpunkthemen Kinder- und Jugendkultur, digitale Lebenswelten und Mädchenbildung.
www.muk-hessen.de

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