Jugendliche im Freien die in ihr Handy schauen

Foto: © pixabay.de

Medienkonsum – Auswirkungen auf die Lernfähigkeit

29.05.2018

Lernfähigkeit beschreibt den individuellen kognitiven Vorgang, wenn sich neue Erfahrungen, Erlebnisse und Kenntnisse durch Neugierde und innere Offenheit in bestehendes Wissen integrieren. Damit dies gelingen kann, kommt es auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren an. So brauchen Lernende eine grundsätzliche Bereitschaft zum Lernen. Ein Vorwissen muss existieren und der Lerninhalt sollte eine Relevanz für sie haben. Um neues Wissen zu verankern, braucht das Gehirn Zeit zur Reflexion. Medieninhalte werden von den Entwicklern so programmiert, dass ständig neue Reize angeboten werden, um die Aufmerksamkeit der Nutzer gefangen zu halten. Vor allem Kinder und Jugendliche werden umgarnt und nahezu permanent den Wirkungen digitaler Medien ausgesetzt. Risiken, die sich aus einem intensiven unreflektierten Medienkonsums auf die Lernfähigkeit ergeben, sind, neben der fehlenden Zeit für kognitive Reifeprozesse, eine verminderte Konzentration und eine Schwächung von Willen und eigener Motivation. Da im Internet Informationen fast immer und überall abrufbar sind, leidet einerseits das Erinnerungsvermögen, zum anderen schwindet auch die Einsicht, sich Sachverhalte selbst zu erarbeiten und anzueignen, was wiederum zu einem geringeren Grundwissen führt. Wichtig für Eltern ist es, sich mit der Lebensrealität ihrer Kinder auseinanderzusetzen, ein Bewusstsein zu entwickeln für die Wirkungsweisen neuer Medien und auch für dahinter stehende Interessen. Wir sind verantwortlich, im Dialog mit unseren Kindern, einen sinnvollen und zielführenden Umgang mit den Möglichkeiten und den Risiken digitaler Medien und Anwendungen zu finden.

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Michel Adams

Autor:
Michel Adams ist Medien- und Kreativberater für Eltern, Pädagogen, Schüler und pädagogische Einrichtungen aus Groß-Bieberau
https://www.michel-adams.de/

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