Ein schreiendes Baby

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Säuglingskoliken: Was tun, wenn du dein Baby nicht beruhigen kannst?

30.03.2022

Das Baby schreit, hat einen hochrotem Kopf und hört nicht auf. Was ist nur los? Wie kann ich mein Baby beruhigen? Hat es Hunger? Ist die Windel voll? Das alles sind Fragen, die man sich als junge Mama stellt. Man zweifelt an sich, macht sich selbst Vorwürfe und fühlt sich überfordert.

Das Gute daran, man ist nicht allein. In den ersten drei Monaten kann es auf die klassischen Dreimonatskoliken zurückgehen.

Warum? Während der Schwangerschaft wächst das Baby von allem abgeschottet im Mutterleib und gut behütet auf. Ab dem Zeitpunkt der Geburt ist alles anders und vieles neu für das Baby. Ernährt wurde es bis dahin über die Nabelschnur. Das fällt jetzt weg und der Hunger ist trotzdem da.

Das gesamte Darmsystem wird ab dem ersten Stillen zum allerersten Mal „richtig“ genutzt. Ein bis zur Geburt „steriler“ Darm beginnt mit der Besiedlung. Noch im Geburtskanal nimmt das Baby die ersten Bakterien der Mutter auf und diese legen den Grundstein der natürlichen Darmflora. Mit jedem Stillen kommen neue gute Milchsäurebakterien dazu. Die Verdauung beginnt und das Baby muss sich erst daran gewöhnen.

In der Regel treten Dreimonatskoliken ab der zweiten Lebenswoche auf, erreichen in der Intensität um die sechste Woche herum ihren Höhepunkt und lassen nach Abschluss des dritten Lebensmonats nach. Während dieser Zeit kommen die Babys nicht nur mit den „guten“ Bakterien in Kontakt, sondern nehmen selbstverständlich und das ist völlig normal auch „böse“ Bakterien mit auf. Diese können Gase bilden, die dann zu Schmerzen führen. Schmerzen, die dem kleinen Baby neu sind und es sich hier nur mitteilen möchte, das irgendetwas nicht stimmt.

Daher ein Tipp von mir als Mama: Auch wenn man das Schreien nicht aufhört, sei für dein Baby da und schenke ihm Nähe. Tue dir selbst etwas Gutes und mache täglich einen Spaziergang in der Natur. Tanke dort Kraft, um dann wieder für dein Baby da zu sein zu können.

Weitere mögliche Maßnahmen zur Unterstützung der Dreimonatskoliken sind spezielle Probiotika für die Kleinsten aus der Apotheke, die die Ursache lindern können. Dabei handelt es sich um Zubereitungen mit lebenden Mikroorganismen, die als förderlich für die Darmgesundheit angesehen werden. Besprich eine solche Gabe zuvor mit deiner Hebamme oder dem Kinderarzt, um auch andere Ursachen auszuschließen.
Auch eine Bauchmassage bei deinem Baby können Blähungen lindern und das Wohlbefinden steigern. Die Massagebewegung erfolgt dabei im Uhrzeigersinn. Hilfreich können hier spezielle Zubereitungen sein, die du in der Apotheke erhältst.

Sogenannte Entschäumer können auch in Frage kommen. Diese sorgen dafür, dass Luftblasen und Gase im Darm leichter verschwinden. Sie behandeln jedoch nur die Symptome und nicht die Ursache. Auch hier mein Rat, besprich es mit deiner Hebamme oder dem Kinderarzt.

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Melanie Karge

Autorin:
Melanie Karge, Mutter von Zwillingen, mit Patchworkfamilie (ihr Mann hat einen Sohn), Apothekerin und Inhaberin der Lichtenberg-Apotheke in Ober-Ramstadt
www.lichtenberg-apotheke-or.de

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