Schultafel darauf steht Knigge

Foto: © 

Spielzeug: Was sollten Sie beachten?

25.09.2020

Die Frage, was Spielzeug ist, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Per Definition gelten als Spielzeuge „alle Erzeugnisse, die dazu gestaltet oder offensichtlich bestimmt sind, von Kindern im Alter bis zu 14 Jahren verwendet zu werden“.

Spielwaren sind gemäß der Definition im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) als „Bedarfsgegenstände“ einzustufen und müssen daher die Anforderungen des LFGB und der Bedarfsgegenständeverordnung erfüllen.

Zu den Spielwaren gehören Spiele aller Art wie Puppen, Plüschtiere, Malbücher aber auch Hobby- und Bastelbedarf, Sportspiele und Zubehör. Hier gibt es für diesen Begriff keine Altersbegrenzung, da die hierunter fallenden Erzeugnisse überwiegend der Freizeitbeschäftigung dienen, aber auch einen belehrenden Charakter aufweisen können. Es gibt also keinen einheitlichen Begriff für Spielzeug.

Spielzeugsicherheit
Es gibt aber EU-weit ein einheitliches Recht, die Spielzeug-Richtlinie 2009/48/EG. Diese EU-Richtlinie wird über die Zweite Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug) im deutschen Recht verankert. Beim Thema Spielzeugsicherheit geht es nicht nur um den Schutz vor chemischen Risiken, die die Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeüberwachungsbehörden des Landes überprüfen, sondern auch um den Schutz vor technischen und physikalischen Risiken (zum Beispiel Lautstärke, Entflammbarkeit und Erstickungsgefahr durch Verschlucken von Kleinteilen), die von den Marktüberwachungsbehörden des Landes überprüft werden.

Qualitätssiegel bieten hier eine gewisse Orientierung, obwohl nicht jedes Siegel hält, was es verspricht. Mit dem CE-Zeichen gibt der Hersteller die Zusage, dass das Produkt der EU-Spielzeugrichtlinie entspricht. Das Zeichen bedeutet aber nicht, dass unabhängige Institute die Angaben des Herstellers überprüft haben. Alle Spielzeuge auf dem deutschen Markt müssen dieses Zeichen tragen. Der TÜV Rheinland vergibt das TÜV-Siegel. Es garantiert, dass die EU-Norm für Spielzeug sowie weitere Anforderungen hinsichtlich Weichmachern und gesundheitsgefährdenden Farbstoffen (Azofarbstoffe) eingehalten werden.

Wer Stofftiere für sein Kind kaufen will, sollte auf das Siegel Textiles Vertrauen achten. Stofftiere, die hiermit ausgezeichnet sind, wurden von einem unabhängigen Prüfinstitut auf Schadstoffe geprüft. Die untersuchten Inhaltsstoffe und festgelegten Grenzwerte gehen oft über die gesetzlichen Forderungen hinaus. Die Chemische- und Veterinäruntersuchungsämter (CVUAs) untersuchen Spielwaren auf chemische Risiken. Dabei zeigt sich: Auch Prüfzeichen bieten keinen 100-prozentigen Verlass. Tendenziell schneiden derart gekennzeichnete Spielsachen zwar besser ab, teilweise sind auch sie mit Schadstoffen belastet.

Ausgewähltes Spielzeug
Bei der Auswahl des Spielzeugs sollte der individuelle Entwicklungsstand des Kindes berücksichtigt werden. Das Lebensalter ist dabei ein unsicherer Maßstab, deshalb erlauben Altersempfehlungen nur eine Orientierung. Kleinkinder üben ihre Fantasie am besten mit einfachem, aber vielseitig verwendbarem Spielzeug. Ein Bauklotz kann ein Auto oder ein Tier sein, die Geräusche dazu macht das Kind. Spielzeuge mit eingebautem Geräusch hindern das Kind, diese selbst zu produzieren. Das Interesse der Kinder am Detail wächst im gleichen Maße, wie sie ihre Umwelt genauer kennen lernen.

Umwelterfahrungen vertiefen
Wenn wir wollen, dass unsere Umwelt nicht immer hässlicher wird, sollten die Kinder dazu befähigt werden, Schönheit und Hässlichkeit zu erkennen. Empfindsames und verfeinertes Wahrnehmen des Sichtbaren kann auch durch die Gestaltung des Spielzeugs gefördert oder behindert werden. Die meisten Kleinkinder wachsen heute in einer Welt voll verwirrender und schnell wechselnder Eindrücke auf. Spielzeug in vereinfachter Form lässt sie das Wesentliche erkennen.

Die Vorstellungswelt der Kinder wird durch die Gestaltung des Spielzeugs beeinflusst. Süße Tiere verleiten zu einer sentimental-verkitschten Einstellung zur Tierwelt. Aber auch monströse Scheußlichkeiten – als Menschen oder Tiere – bleiben nicht ohne Wirkung auf die Kinder, und sei es nur in ihren Träumen.

Weniger ist mehr
Ein kleines, aber vielseitiges und richtig ausgewähltes Spielzeugangebot ist mehr wert als ein großer Bestand. Unkompliziert, sichtbar und verständlich müssen Konstruktion und Mechanik des Spielzeugs für Kleinkinder sein. Haltbarkeit und Lebensdauer müssen dem Spielzweck und der Dauer des Gebrauchs entsprechen. Gutes Spielzeug gibt es in jeder Preislage, und Flohmärkte bieten viele Möglichkeiten, Verkaufen und Tauschen.

Das Wesentliche ist jedoch der Spaß, den die Spielsachen bringen sollen. Unsere Kinder sollen vor Freude strahlen.

Anzeige

Anzeige-der-Asklepios-Klinik-Langen

Anzeige

Anzeige der Kanzlei Schmidt aus Friedrichsdorf
Anfassen erlaubt!

Anfassen erlaubt!

Das Frankfurter EXPERIMINTA ScienceCenter ist ein Zentrum des Wissens und des Lernens,
in dem große und kleine Besucherinnen und Besucher Ausstellungsstücke anfassen und an allen Stationen auch selbst experimentieren dürfen.

Astrid Nastasi

Autorin:
Astrid Nastasi arbeitet seit 1981 als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Familienrecht, seit 1996 als Fachanwältin für Arbeitsrecht.
http://www.rae-nastasi-wrede.de

Weitere interessante Beiträge für dich:

Pin It on Pinterest

Share This